Keine Spin-Reorientierung
Sinter-NdFeB durchläuft unterhalb von etwa −138 °C einen Spin-Reorientierungsübergang und verliert dort Koerzitivfeldstärke. SmCo kennt diesen Übergang nicht — die Magnetisierung bleibt bis in kryogene Temperaturen stabil.
Zwei Entscheidungen bestimmen, was ein Polring leisten kann: wie er magnetisiert wird und woraus er besteht. Wir haben beide anders getroffen.
Das Verfahren
Ein Trägerring aus Edelstahl wird spanend gefertigt, die Bohrung in Toleranzklasse H7. Damit steht die mechanische Referenz fest, bevor irgendetwas magnetisiert wird.
Auf den Träger kommt eine dünne Hochleistungsschicht aus Samarium-Cobalt. Kein Bindemittel, kein Kunststoff, kein Klebstoff — die Verbindung ist reinmetallisch.
Die tatsächliche Geometrie des Bauteils wird gegen die vorgesehene Drehachse erfasst. Jede Exzentrizität ist damit bekannt, statt geschätzt.
Die Polteilung wird nicht auf das Bauteil, sondern auf die Drehachse geschrieben. Der gemessene Fehler wird beim Magnetisieren herausgerechnet — das ist der Schritt, den es sonst nicht gibt.
Rundlaufabweichung, Feldstärke und Polteilung werden geprüft und dokumentiert. Sie bekommen Messwerte, keine Zusicherungen.
Der entscheidende Schritt
Mechanische Exzentrizität lässt sich nie vollständig wegfertigen. Jede Aufnahme, jede Lagerung, jede Passung bringt einen Restfehler mit. Die üblichen Verfahren schreiben die Polteilung auf das Bauteil — und übernehmen diesen Fehler damit in das Magnetfeld.
Ein Sensor misst keine Geometrie, sondern Feldwechsel über der Zeit. Eine ungleichmäßige Polteilung erzeugt deshalb genau das, was in der Regelung am meisten stört: Amplitudenschwankung und Phasenfehler pro Umdrehung.
| Ring ⌀ | Aufschlag [″] | Aufschlag [m°] | Aufschlag [°] |
|---|---|---|---|
| 20 mm | 206 | 57,3 | 0,057 |
| 25 mm | 165 | 45,8 | 0,046 |
| 44 mm | 94 | 26,0 | 0,026 |
| 50 mm | 83 | 22,9 | 0,023 |
| 57 mm | 72 | 20,1 | 0,020 |
| 100 mm | 41 | 11,5 | 0,011 |
| 120 mm | 34 | 9,5 | 0,010 |
Der Aufschlag ist absolut konstant: 10 µm mehr kosten bei ⌀ 50 mm immer 83″ — ob von 25 auf 35 µm oder von 100 auf 110 µm. Relativ sind es ab unseren ≤ 25 µm durchmesserunabhängig +40 %.
Der Werkstoff
Die Werkstoffwahl entscheidet über die Grenzen, an die Ihre Anwendung stößt. SmCo verschiebt sie in beide Richtungen.
Sinter-NdFeB durchläuft unterhalb von etwa −138 °C einen Spin-Reorientierungsübergang und verliert dort Koerzitivfeldstärke. SmCo kennt diesen Übergang nicht — die Magnetisierung bleibt bis in kryogene Temperaturen stabil.
Elastomer- und kunststoffgebundene Magnete stehen und fallen mit ihrem Bindemittel: Es verspröder in der Kälte, zersetzt sich in der Hitze und wird von Lösemitteln angegriffen. Ein reinmetallischer Aufbau hat diese Schwachstelle nicht.
Beständig gegen alle gängigen Öle und Fette, organische Lösemittel, Salzwasser, Salzlösungen und wässrige Laugen. Nach jahrelanger Belastung bleiben über 94 % der Feldstärke, der Rundlauf bleibt unverändert.
Radioaktive Strahlung und elektromagnetische Impulse lassen den Werkstoff kalt. Eine Entmagnetisierung ist praktisch ausgeschlossen — relevant überall dort, wo ein Ausfall nicht behoben werden kann.
Keine Einschränkung bei Drehzahl, keine bei Temperatur — und, anders als bei den meisten Alternativen, auch nicht bei beidem gleichzeitig.
Die hohe Energiedichte von SmCo erlaubt sehr dünne Schichten. Das spart Magnetmaterial, senkt Masse und Trägheitsmoment und macht extremen Leichtbau möglich.
Einsatzbereich
Jede Magnetklasse hat zwei Grenzen: eine unten, eine oben. Bei den meisten liegen sie unangenehm nah beieinander.
Was das bedeutet
Schicken Sie uns Ihre Anforderungen — Durchmesser, Polzahl, Temperaturbereich, Medien. Sie erhalten eine belastbare technische Rückmeldung, keine Broschüre.