Nanomag GmbH

Technologie

Zwei Entscheidungen bestimmen, was ein Polring leisten kann: wie er magnetisiert wird und woraus er besteht. Wir haben beide anders getroffen.

Das Verfahren

Fünf Schritte — einer davon ist der entscheidende.

Träger fertigen

Ein Trägerring aus Edelstahl wird spanend gefertigt, die Bohrung in Toleranzklasse H7. Damit steht die mechanische Referenz fest, bevor irgendetwas magnetisiert wird.

SmCo-Schicht aufbringen

Auf den Träger kommt eine dünne Hochleistungsschicht aus Samarium-Cobalt. Kein Bindemittel, kein Kunststoff, kein Klebstoff — die Verbindung ist reinmetallisch.

Rundlauf messen

Die tatsächliche Geometrie des Bauteils wird gegen die vorgesehene Drehachse erfasst. Jede Exzentrizität ist damit bekannt, statt geschätzt.

Magnetisieren mit Rundlaufkompensation

Die Polteilung wird nicht auf das Bauteil, sondern auf die Drehachse geschrieben. Der gemessene Fehler wird beim Magnetisieren herausgerechnet — das ist der Schritt, den es sonst nicht gibt.

Prüfen und dokumentieren

Rundlaufabweichung, Feldstärke und Polteilung werden geprüft und dokumentiert. Sie bekommen Messwerte, keine Zusicherungen.

Der entscheidende Schritt

Rundlaufkompensation

Mechanische Exzentrizität lässt sich nie vollständig wegfertigen. Jede Aufnahme, jede Lagerung, jede Passung bringt einen Restfehler mit. Die üblichen Verfahren schreiben die Polteilung auf das Bauteil — und übernehmen diesen Fehler damit in das Magnetfeld.

Ohne KompensationPolteilung folgt der BauteilgeometrieTeilungsfehler ΔφSensorsignal: Amplituden- und PhasenfehlerMit RundlaufkompensationPolteilung auf die Drehachse geschriebenTeilung konstantSensorsignal: sauber, konstante AmplitudeGestrichelt = Drehachse · Striche außen = Soll-Teilungsraster · schematische Darstellung, Abweichung überzeichnet

Was der Sensor sieht

Ein Sensor misst keine Geometrie, sondern Feldwechsel über der Zeit. Eine ungleichmäßige Polteilung erzeugt deshalb genau das, was in der Regelung am meisten stört: Amplitudenschwankung und Phasenfehler pro Umdrehung.

  • Rundlaufabweichung ≤ 25 µm — zugesichert, nicht nur typisch
  • Der Rundlauf ist damit eine bekannte Größe in Ihrer Fehlerrechnung, keine Annahme
  • Bei 25 mm Ringradius entspricht das 206 Bogensekunden Winkelfehler
  • Von 23 geprüften Ringprodukten nennt keines einen garantierten Rundlauf
  • Höhere Systemgenauigkeit bei niedrigeren Fertigungskosten auf Ihrer Seite
0010832016530248403305041360495µmRundlaufabweichung — und der daraus folgende Winkelfehler bei einem Ringradius von 25 mmNanomag SmCo≤ 25zugesichertSIKO: 50 µmBedingung für ±0,1°sinter- / elastomerbasiertnicht spezifiziertExzentrizitätsfehler, unabhängig vom Messprinzip: Fehler [″] = (e / R) × 206 265 — e = Rundlauf, R = Ringradius.Von 23 geprüften Ringprodukten nennt keines einen garantierten Rundlauf. SIKO nennt 50 µm —aber als Voraussetzung seiner eigenen Genauigkeitsangabe, nicht als Zusicherung am Ring (Stand 09/2026).
Zusätzlicher Winkelfehler pro 10 µm mehr Rundlauf, gerechnet mit Fehler [″] = (e / R) × 206 265. R ist der Ringradius, also die Hälfte des Durchmessers.
Ring ⌀Aufschlag [″]Aufschlag [m°]Aufschlag [°]
20 mm20657,30,057
25 mm16545,80,046
44 mm9426,00,026
50 mm8322,90,023
57 mm7220,10,020
100 mm4111,50,011
120 mm349,50,010

Der Aufschlag ist absolut konstant: 10 µm mehr kosten bei ⌀ 50 mm immer 83″ — ob von 25 auf 35 µm oder von 100 auf 110 µm. Relativ sind es ab unseren ≤ 25 µm durchmesserunabhängig +40 %.

Der Werkstoff

Warum Samarium-Cobalt — und warum ohne Bindemittel

Die Werkstoffwahl entscheidet über die Grenzen, an die Ihre Anwendung stößt. SmCo verschiebt sie in beide Richtungen.

Bohrung H7⌀ 44 mm · Wand 3 mmbereits gefertigt · Maßstab 1 : 1SmCo 0,1 mmSchichtaufbau (Detail, maßstäblich)1 mm = 100 px0,51,01,50mmSmCo-Magnetschicht0,1 mm · radial magnetisiertEdelstahlträger2 – 3 mm · gefertigt in H7Bruchkante — Träger läuft bis zur Wandstärke weitergefertigt: ⌀ 44 mm mit 3 mm Wandstärke und 3 mm RinghöheWandstärke ab 2 mm — kleinere Durchmesser auf Anfrage, ohne Einbußen bei der Robustheitreinmetallisch — kein Bindemittel, kein KunststoffWandstärke und Ringhöhe frei an die Anwendung anpassbar
Querschnitt: dünne, radial magnetisierte SmCo-Schicht auf einem in H7 gefertigten Edelstahlträger.

Keine Spin-Reorientierung

Sinter-NdFeB durchläuft unterhalb von etwa −138 °C einen Spin-Reorientierungsübergang und verliert dort Koerzitivfeldstärke. SmCo kennt diesen Übergang nicht — die Magnetisierung bleibt bis in kryogene Temperaturen stabil.

Kein Bindemittel, das versagen kann

Elastomer- und kunststoffgebundene Magnete stehen und fallen mit ihrem Bindemittel: Es verspröder in der Kälte, zersetzt sich in der Hitze und wird von Lösemitteln angegriffen. Ein reinmetallischer Aufbau hat diese Schwachstelle nicht.

Beständig gegen aggressive Medien

Beständig gegen alle gängigen Öle und Fette, organische Lösemittel, Salzwasser, Salzlösungen und wässrige Laugen. Nach jahrelanger Belastung bleiben über 94 % der Feldstärke, der Rundlauf bleibt unverändert.

Inert gegen Strahlung und EMP

Radioaktive Strahlung und elektromagnetische Impulse lassen den Werkstoff kalt. Eine Entmagnetisierung ist praktisch ausgeschlossen — relevant überall dort, wo ein Ausfall nicht behoben werden kann.

Drehzahl und Temperatur gleichzeitig

Keine Einschränkung bei Drehzahl, keine bei Temperatur — und, anders als bei den meisten Alternativen, auch nicht bei beidem gleichzeitig.

Effizienter Materialeinsatz

Die hohe Energiedichte von SmCo erlaubt sehr dünne Schichten. Das spart Magnetmaterial, senkt Masse und Trägheitsmoment und macht extremen Leichtbau möglich.

Einsatzbereich

Von −273 °C bis +300 °C — geprüft

Jede Magnetklasse hat zwei Grenzen: eine unten, eine oben. Bei den meisten liegen sie unangenehm nah beieinander.

-273-200-1000+100+200+300Temperatur in °CNanomag SmCo-Polring−273 °C+300 °Cgeprüfter EinsatzbereichSinter-NdFeB-138+180Spin-Reorientierung unter ≈ −138 °CFerrit-40+250Koerzitivfeldstärke fällt in der KälteElastomergebunden-40+150Bindemittel begrenzt beide Endenflüss. Heliumflüss. StickstoffRaumtemp.
Vergleich der Einsatzbereiche. Die Angaben zu Sinter-NdFeB, Ferrit und elastomergebundenen Magneten beschreiben typische Eigenschaften der jeweiligen Werkstoffklasse.
>94%der Feldstärke bleibenNach jahrelanger Belastung durchBremsflüssigkeitÖleKühlmittelSalzwasserLaugenorganische LösemittelFetteSalzlösungenRundlauf: unverändertreinmetallisch — kein Bindemittel, das angegriffen werden kann

Was das bedeutet

Was Sie davon in Ihrem System haben

  • Sauberes Sensorsignal ohne Amplituden- und Phasenfehler pro Umdrehung
  • Weniger Aufwand für Kalibrierung und Kompensation in der Software
  • Geringere Anforderungen an die umgebende Mechanik — die Achse wird entlastet
  • Kein Korrosionsschutz, keine Beschichtung, keine Kapselung nötig
  • Kleineres Trägheitsmoment und damit höhere erreichbare Dynamik
  • Weniger Bauraum bei gleicher Bohrung — oder größere Bohrung bei gleichem Bauraum
  • Ein Werkstoff für Kälte und Hitze statt zwei Varianten im Portfolio
  • Ein Bruchteil des Magnetwerkstoffs pro Ring — geringere Exposition gegenüber den Rohstoffmärkten für Seltene Erden

Sprechen wir über Ihre Anwendung.

Schicken Sie uns Ihre Anforderungen — Durchmesser, Polzahl, Temperaturbereich, Medien. Sie erhalten eine belastbare technische Rückmeldung, keine Broschüre.